Der Kinodoktor unterstützt Kinos dabei, ihre internen Abläufe zu analysieren, zu optimieren und nachhaltig weiterzuentwickeln. Unabhängig von der Verbandszugehörigkeit erhalten Kinobetreiberinnen die Möglichkeit, durch eine strukturierte Beratung neue Impulse für ihr Haus zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht ein praxisnaher Austausch auf Augenhöhe, der konkrete Verbesserungen in Bereichen wie Organisation, Kommunikation, Marketing und Programmgestaltung anstößt und den Kinobetreiberinnen zugleich die Freiheit lässt, die Themen in den Mittelpunkt zu rücken, die für ihr Haus aktuell die größte Bedeutung haben. Im Anschluss an den Besuch erhalten die Kinos einen ausführlichen, individuell auf ihr Haus zugeschnittenen Beratungsbericht mit den wesentlichen Erkenntnissen und Handlungsempfehlungen.
Herzstück des Projekts ist ein Peer-Review-Verfahren, das auf Elementen der DIN EN ISO 9001 für Qualitätsmanagement basiert. Geschulte Kinokolleg*innen – sogenannte Peers – besuchen das teilnehmende Kino und arbeiten gemeinsam mit dem Team vor Ort einen strukturierten Fragebogen durch. Dieser bietet Orientierung, lässt aber zugleich genügend Raum, um auf individuelle Fragestellungen und Themen einzugehen, die sich im Verlauf des Austauschs ergeben. So werden Stärken und Potenziale sichtbar, aber auch blinde Flecken erkannt und Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert. Erste praxisnahe Lösungsansätze und konkrete Impulse entstehen häufig bereits während der Beratung vor Ort. Sowohl das besuchte Kino als auch die Peers profitieren von diesem kollegialen Austausch und dem gegenseitigen Wissenstransfer.
Der Kinodoktor war eines der ambitioniertesten Projekte im Rahmen von Neustart Kino, getragen von AG Kino, BkF und HDF Kino GbR. Die Covid-19-Pandemie hatte die Kinobranche tief erschüttert – mit massiven Einnahmeverlusten, geschlossenen Häusern, fehlendem Filmmaterial und einem Vertrauensverlust beim Publikum. Klar war: Finanzielle Hilfe allein würde für eine nachhaltige Erholung nicht reichen. Es brauchte neue Impulse – für Professionalisierung, strukturelle Weiterentwicklung und zukunftsfähige Geschäftsmodelle.
Genau hier setzte das Pilotprojekt Kinodoktor – Qualitätsmanagement für Kinos an: Zwischen Ende 2022 und Juni 2023 wurden 13 ausgewählte Kinos vom Kinodoktor-Team besucht. In intensiven, strukturierten Peer-Review-Gesprächen wurden Stärken erkannt, Schwächen benannt und kreative Lösungsansätze entwickelt – individuell, praxisnah und auf Augenhöhe.
Die thematischen Grundlagen entstanden bereits im Herbst 2022 bei einem Workshop auf der Leipziger Filmkunstmesse – in Kooperation mit dem Netzwerk der Landkinos. Ziel war es von Anfang an, ein nachhaltiges, praxisorientiertes Qualitätsmanagement zu entwickeln, das Kinos als soziokulturelle Orte stärkt und zukunftsfähig macht.
Dank der Förderung durch die FFA konnte das Kinodoktor-Projekt bis Juni 2025 die Beratung für einen nur geringfügigen Selbstkostenanteil anbieten. Darüber hinaus erlaubte die Unterstützung die Vorbereitung für eine Überführung der Beratungen in den Regelbetrieb.
Nach der erfolgreichen Pilotphase und weiteren Förderungen, unter anderem durch das Medienboard Berlin-Brandenburg, wurde der Kinodoktor kontinuierlich weiterentwickelt. Zusätzliche Beratungsprogramme führten das Team in Kinos kleinerer Städte sowie im Rahmen eines eigenen Projektzeitraums in Berliner Kinos. Insgesamt wurden bislang rund 50 Kinos unterschiedlichster Größe und Ausrichtung begleitet – ebenso Multiplexkinos wie kleine familiengeführte Kinos, Programmkinos in Stadt und Land sowie Miniplexe. Heute befindet sich der Kinodoktor im Regelbetrieb und die Peer-to-Peer-Beratung kann über die FFA gefördert werden. Angeboten werden Standard-, Premium- und Online-Beratungen, wobei sich die Standardberatung in Kombination mit flexiblen Beratungsangeboten bislang als das am häufigsten genutzte Format etabliert hat.
Weitere Fragen beantworten
wir in den Kinodoktor-FAQ


Im Kinodoktor-Projekt engagieren sich geschulte Kinodoktor-Peers aus ganz Deutschland. Die folgenden Kinobetreibenden haben bereits erste Beratungseinsätze begleitet.

Martin
Turowski

David
Schreiber

Hanna
Runge

Oliver
Flothkötter

Daniel
Wuschansky

Jürgen
Hillmer

Fabian
Liebenow